Blei in Armaturen
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Blei im Trinkwasser durch Armaturen

Dass Wiener Altbau-Haushalte ein Problem mit erhöhtem Bleigehalt im Trinkwasser durch die alten Blei-Wasserleitungen haben könnten, ist bekannt. Aber dass auch moderne Armaturen Blei oder andere Schwermetalle wie Cadmium, Nickel oder Kupfer ans Wasser abgeben können, ist Konsumenten bisher unbekannt.

Die AK hat daher 13 Badezimmer- und Küchenarmaturen in Wiener Baumärkten eingekauft, die von knapp 10 bis rund 75 Euro kosteten. Die Untersuchung führte im Juni das Labor des Vereins für Konsumenteninformation in Wien durch. Die Armaturen wurden mit destilliertem Wasser aufgefüllt und der Schwermetallgehalt im Wasser nach 24 und 72 Stunden bestimmt.

Nach der Trinkwasserverordnung dürfen derzeit im Wochendurchschnitt maximal 25 Mikrogramm Blei pro Liter Trinkwasser enthalten sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar einen Wert von 10 Mikrogramm je Liter, der auch ab 2013 gelten wird. Für Nickel gilt ein Höchstwert von 20 Mikrogramm je Liter, für Cadmium 5 Mikrogramm und für Kupfer maximal 2.000 Mikrogramm pro Liter.

Das AK Testergebnis zeigt:

In allen bis auf eine Armatur wurde Blei im Wasser nachgewiesen, wenn es 24 Stunden lang in der Armatur unbewegt steht. Bei 3 von 13 Armaturen wurden 10 bis 15 Mikrogramm Blei festgestellt.

Wird diese Menge regelmäßig im zuerst abgelassenen Wasser getrunken, so bedeutet das, dass beispielsweise Kinder damit 30 bis 40 Prozent der maximalen wöchentlichen Bleiaufnahme (bei einem 10 Kilogramm schweren Kind 250 Mikorgramm laut Empfehlung der WHO) erreichen würden. Bei einer Armatur wurden im Wasser sogar 76,8 Mikrogramm nachgewiesen.

Und würde dieses "erste" Wasser regelmäßig konsumiert, würden Kinder bereits auf die doppelte maximale wöchentliche Bleiaufnahme allein aus der Armatur kommen.

Bei den restlichen 9 untersuchten Armaturen lagen die nachgewiesenen Bleiwerte im Wasser zumindest unter einem Wert von fünf Mikrogramm, Kinder kämen so bei regelmäßigen Konsum auf bis zu 14 Prozent der maximalen wöchentlichen Bleimenge. Bei Nickel, Cadmium und Kupfer wurden die Grenzwerte für Trinkwasser zumeist weit unterschritten, wenn das Wasser einen oder drei Tage lang unbewegt in der Armatur stand.

Blei ist giftig

Es kann bei chronischer Belastung zu Magenerkrankungen, Nierenstörungen, Kopfschmerzen, Anämie oder Müdigkeit führen. Konsumenten wissen nicht, dass auch bei modernen Armaturen Blei ins Wasser abgegeben wird und so eine potentielle Gefährdung bestehen kann.

Die AK verlangt daher:

Die Hersteller sollen die Armaturen vor dem Verkauf auf eine Bleibelastung testen und die Konsumenten auf diese Problematik bereits beim Kauf von Armaturen entsprechend hinweisen. Es ist nicht einzusehen, dass aus den Armaturen überhaupt Blei ins Trinkwasser gelangt.

So reduzieren Sie die Bleibelastung

Blei im Wasser sammelt sich, wenn das Wasser stundenlang unbewegt in den Leitungen oder aber in den Armaturen steht. Die Werte sind allerdings reduzierbar: Bevor Trinkwasser entnommen wird, sollte man auf Grund der möglichen Belastung durch die Armatur zumindest einen Liter abrinnen lassen.

Gibt es die zusätzliche Bleibelastung durch die vorhandenen Bleirohre in den Altbauten, müssen zusätzlich weitere Liter abgelassen werden, um die Bleibelastung im Trinkwasser zu reduzieren.

AK Tipp: Auch wenn Sie keinen alten bleihältigen Leitungsrohre im Haus haben, sollten Sie auf Grund der möglichen Belastung durch die Armatur das in der Früh oder nach dem Urlaub zuerst entnommene Trinkwasser vorsorglich zu anderen als Trinkzwecken verwenden.

Quelle:   Arbeiterkammer Wien

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